Schweden 2008
Sieben Tage wandern in Mittelschweden mit Lucy & Finja

Dieses Jahr haben wir uns für einen Aktivurlaub in Schweden entschieden. Es sollte nach Mittelschweden gehen, ins 1750 Kilometer entfernte Grövelsjön. Die Hunde sollten natürlich mit. So mussten erstmal die Auflagen (Tollwuttieter, Gesundheitszeugnis und Wurmkur) zur Einreise der Hunde nach Schweden erfüllt werden.

Für die Anreise haben wir uns drei Tage Zeit gelassen. Den ersten Stopp haben wir an der Grenze zu Dänemark auf Fehmarn eingelegt. Am nächsten Tag ging es weiter durch Dänemark und Schweden bis an die Grenze nach Norwegen. Und am dritten Tag haben wir dann Grövelsjön erreicht. Grövelsjön ist eine Fjällstation in Schweden. Sie ist mit dem Auto gut erreichbar und idealer Startpunkt für Wanderungen. Für sieben Tage starteten wir von dort unsere Tour und ließen die Zivilisation hinter uns. Im Gepäck alles, was wir für die Tage brauchten.

In Schweden besteht das Jedermannsrecht. Dies erlaubt einem unter anderem das Zelten in der Wildnis und auf fremden Grund und Boden. Auch für Wasser muß man nicht vorsorgen. Die Bäche, Flüsse und Seen sind so klar, dass kein Trinkwassermangel besteht. Unser Zelt haben wir immer in der Nähe eines Bachlaufs aufgeschlagen. So hatten wir jeden Tag fließend Wasser zum kochen, trinken und waschen.

Das Wandergebiet bietet viel Abwechslung. Im schwedischen Fjäll erlebt man die unendliche Weite und Ruhe. In den Tälern wandernt man an Flüssen und Seen vorbei und kann das üppige Grün genießen. Mit einer entsprechenden Genehmigung bietet das Gebiet auch Anglern ideale Möglichkeiten. Viele Menschen trift man hier nicht. Wir haben drei Tage lang außer Rentieren niemanden getroffen. Hier kann man die Einsamkeit richtig genießen. Auch hatten wir im August nicht mit einer übermäßigen Mückenplage zu kämpfen. Die Temperaturen können im August nachts schon mal um den Nullpunkt liegen.

Auf den Etappen liegen teilweise Hütten, in denen man Betten mieten kann. Leider sind Hunde hier meistens nicht erlaubt, da es sich um Gemeinschaftsräume handelt. Außerdem findet man auch Schutzhütten, in denen man sich an einem Feuer wärmen kann. Übernachten ist in den Schutzhütten aber leider nicht erlaubt.

Mit Zelt ist man mit Hunden zusammen am unabhängigsten und hat die meisten Möglichkeiten. Einen Platz zum Zelten findet man sehr schnell und es ist auch schnell aufgebaut. Man muß nur bedenken, dass man mit Hunden etwas mehr Platz im Zelt benötigt. Da es nachts auch sehr kalt werden kann, hatten wir auch für die Hunde eine Decke als Unterlage und jeweils eine Decke zum Zudecken dabei.

Das zusätzliche Gewicht, das man durch die Hunde zu tragen hat, solle man nicht unterschätzen. Gerade bei zwei Hunden beträgt alleine das Gewicht für Futter schon einiges. Ist man länger unterwegs, sollte man den Hund schon rechtzeitig an einen Hunderucksack gewöhnen. So kann er zumindest sein Futter selber tragen. Für den eigenen Proviant gibt es die Möglichkeit, diesen an bemannten Hütten aufzufüllen. Die Lebensmittel sind hier verständlicherweise wesentlich teurer. Es lohnt sich jedoch gerade bei längeren Touren. Bevor man startet, sollte man sich jedoch informieren, welche Hütten geöffnet sind.

Das Wetter in Schweden ist sehr wechselhaft. Auf gute Kleidung sollte man viel Wert legen. Wasserabweisend, schnelltrocknend, winddicht und mückenundurchlässig sollte die Kleidung sein. Die Wege sind teilweise sehr schwierig. Es geht über Geröllfelder und Sumpfgebiete. Mit guter Kleidung kann einem Wind und Wetter nichts anhaben. Die meisten Bäche sind mit Brücken ausgestattet. Jedoch gibt es auch Bäche und Flüsse, die durchquert werden müssen. Hierzu bietet es sich an, Sandalen mitzunehmen.

Die Etappen sollten nicht nur nach den eigenen Möglichkeiten gewählt werden. Auch für die Hunde sind die täglichen Wanderungen anstrengend. Finja und Lucy waren nach einer Tagesetappe von ca. 6 Kilometer (ca. 3-4 Stunden) deutlich geschafft. Eine tägliche Wanderung von 8 Stunden wäre mit ihnen nicht möglich. Die Wege sind alle markiert. An Kreuzungen stehen zusätzlich Wegweiser. Trotzdem sollte man eine Fjällkarte und einen Kompass dabei haben. Die Fjällkarten mit einem Maßstab 1:100 000 (vom schwedischen "Lantmäteriet") sind für das Gebiet völlig ausreichend. Hier sind alle Sommer- und Winterwanderwege sowie Hütten und Windschutz eingezeichnet.

Handys funktionieren meistens nicht. Daher sollte man zur ersten Hilfe für sich und die Hunde Medikamente und Verbandsmaterial dabei haben. In den bemannten Hütten gibt es in der Regel ein Telefon. Diese sind ebenfalls auf den Fjällkarten eingezeichnet, können aber durchaus einen Tagesmarsch entfernt sein.

Nach sieben wunderschönen aber auch anstrengenden Tagen sind wir wieder glücklich am Auto gelandet. Eine Tour in die schwedische Wildnis ist sehr empfehlenswert und ein unvergessliches Erlebnis.

Bilder von unserer Tour gibt es in der Galerie.

 

 

 

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